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Ahmadinejads Eidgenossen

 

Anfang dieses Monats reiste die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) in den Iran um dort einem Schweizer Unternehmen den Weg zu bahnen. In den Gesprächen mit ihrem iranischen Amtskollegen Manouchehr Mottaki ging es konkret um einen Vertrag über Gaslieferungen des Mullah-Regimes an das in Dietikon (ZH) beheimatete Unternehmen Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg AG (EGL). Laut einem Bericht der Presse geht es bei diesem Deal, der gestern (17.03.08) im Beisein von Calmy-Rey endgültig unterzeichnet wurde, um eine Lieferung von 5,5 Milliarden Kubikmeter Gas ab dem Jahr 2011. Telepolis berichtet, das die Lieferungen gar schon nächstes Jahr beginnen sollen und weiß zu vermelden, dass “man weder bei der schweizer Regierung noch beim Konzern […] Probleme mit den über Iran verhängten Sanktionen sieht”. Die ganze Sache erinnert frappierend an den Deal der österreichischen OMV mit dem Iran, welcher vom Geschäftsvolumen noch größer ist, als jener der Schweiz.

Doch die Eidgenossen müssen sich nicht verstecken, immerhin wird kolportiert, dass es sich beim EGL Deal um den zweitgrößten Auslandsdeal mit dem Mullah-Regime, nach jenem mit der OMV, handelt. Damit reiht sich die Schweiz - sonst stark bemüht die eigene Neutralität und Humanität hervorzukehren - in die Reihe der Sanktionsbrecher und Unterstützer der iranischen Großmachtpläne ein. Dass man mit diesem Deal natürlich indirekt auch die Atomprojekte und Vernichtungspläne Ahmadinejads unterstützt, verneint man in der Schweiz und bei EGL. Schließlich gehe es nur darum “Europas Gaszulieferungen zu diversifizieren”, wie ein Sprecher des Konzerns im Interview mit der Tageszeitung Jerusalem Post bekannt gab. Ebenso wie die OMV sieht man sich innerhalb des Rahmens den die US-Sanktionen gegen den Iran böten - trotz Widerspruch der USA.

Sowohl die Schweiz, als auch Österreich, haften sich Neutralität auf ihre Fahnen. In einem Kampf zwischen den Werten der Aufklärung und jenen der islamistischen Reaktion, dürfte es für einen westlichen demokratischen Staat keine Neutralität geben, sondern ein entschiedenes Eintreten für Menschenrechte, Aufklärung und gegen die reaktionären Mullahs. Dass das Gerede von Menschenrechten und Demokratie nur falsches Geschwätz ist, zeigt sich wiedereinmal eindrucksvoll angesichts dieser Geschäfte. Die Schweiz stellt sich auf die Seite der Mullahs.

Schweizer und österreichisches Kapital unterstützt die Unterdrückung der persischen Bevölkerung, die Finanzierung von Terrorgruppen à la Hisbollah, Hamas und schiitischen Terroristen im Iran, sowie den geplanten iranischen Vernichtungskrieg gegen Israel. Wir rufen jede/n dazu auf sich in Protestschreiben an die Schweizer Regierung und die EGL zu wenden, sowie die Kampagne STOP THE BOMB auf die Schweiz auszuweiten und die zugehörige Petition zu unterschreiben!

Terror sponsored by OMV: Ahmadinejads willige Finanziers

Wie sich österreichische Regierung und OMV wissentlich zu den Helfern des iranischen Mullah Regimes machen.

Die Menschenrechtslage im Iran ist fatal. Im Jahr 2006 wurden, laut Amnesty International Report 2007, mindestens 177 Menschen durch Todestrafe ermordet, darunter auch mindestens ein Jugendlicher. Die Dunkelziffer liegt laut AI noch um einiges höher. Daneben verhängte das Mullah Regime weitere drakonische Strafen, wie Amputationen von Körperteilen und das Ausstechen der Augen.[1] Auch Human Rights Watch stellt dem Iran ein erschreckendes Zeugnis aus: „Respect for basic human rights in Iran, especially freedom of expression and assembly, deteriorated in 2006. The government routinely tortures and mistreats detained dissidents, including through prolonged solitary confinement.”[2]

Ethnische und religiöse Minderheiten sowie die politische Opposition werden systematisch verfolgt und unterdrückt. Ebenso verhält es sich mit FrauenrechtsaktivistInnen und GewerkschafterInnen.[3] Die UN Vollversammlung erließ 2005 eine Resolution, welche die ernsthaften Menschenrechtsverletzungen im Iran anprangerte. Bis heute hat sich die Situation jedoch kein bisschen verbessert. Im Gegenteil, sie ist schlimmer geworden, wie sowohl Amnesty International als auch Human Rights Watch einstimmig feststellen.

Nachdem der Iran eine Deadline der IAEA (International Atomic Energy Agency), sein illegales Nukelarprogramm zu stoppen, verfehlte, verhängte der UN Sicherheitsrat im Dezember 2006 mit der Resolution 1737 umfangreiche Sanktionen gegen das Regime. Neben den in dieser Resolution genannten Sanktionsbestimmungen beteiligten sich weitere große internationale Unternehmen, insbesonders aus dem Energiesektor, außertourlich an den Sanktionen.[4]

Dass das Iranische Atomprogramm nicht nur auf die zivile Energiegewinnung abzielt hat das Mullah Regime mehrmals klargemacht. Die ständigen Drohungen in Richtung Israel, die Abhaltung eines Kongresses von Holocaust Leugnern sowie die wiederholten Äußerungen Mahmoud Ahmadinejads diesbezüglich, die Stationierung von hunderten Raketen die auf Israel gerichtet sind, lassen über die kriegerischen und auf Vernichtung zielenden Absichten keinen Zweifel aufkommen. Eine Atombombe in Händen der iranischen Mullahs würde nicht nur die potentielle Möglichkeit zur Vernichtung Israels bedeuten, sondern auch als gefährliches Druckmittel gegen die umliegenden arabischen Länder, welche bereits Frieden mit Israel geschlossen haben oder dies potentiell tun könnten, dienen. Eine friedliche Lösung im Nahen Osten wäre damit quasi ausgeschlossen.[5]

Obwohl die Menschenrechtssituation im Iran bekannt ist und der Iran durch die UNO ob seines Atomwaffenprogramm sanktioniert wird, fördert die österreichische Bundesregierung das Mullah Regime durch die teilsverstaatlichte OMV (Österreichische Mineralöl Verwaltung) mit Euro-Milliarden. OMV und Mullah Regime schlossen im April 2007 einen Geschäftskontrakt über ein Volumen von 22 Milliarden Euro, und stellten einen Anschluß des Iran an das, unter anderem mit EU Steuergeld finanzierte, Pipelineprojekt Nabucco in Aussicht.[6] Die Strategie ist klar, der sozialdemokratische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, und der Sozialdemokrat Wolfgang Ruttenstorfer, ehemals Finanzstaatssektretär und seit 2002 Chef der OMV, wollen an das iranische Gas und nehmen dafür Leichen in Kauf. In einem Interview mit dem Standard verkündete Ruttenstorfer: „Wir müssen dorthin gehen, wo es das Öl und das Gas gibt, wir können uns das nicht aussuchen. […] Wir sind nicht zuständig für die Politik von Ländern”.[7] Und Kanzler Gusenbauer sekundiert ihm ebenfalls via Standard „Wir werden Nabucco auf jeden Fall machen“.[8]

Die notorisch zerstrittenen Parlamentsfraktionen, ansonsten kaum einig, selbst innerhalb einer Koalition, trotz ideologischer Unterschiede im nano Bereich, vertraten in dieser Cause seltsamerweise geschlossen die selbe Meinung. Die Kritik der US Regierung am Ahmadinejad-Gusenbauer Pakt veranlasste alle im Nationalrat vertretenen Fraktionen zu einem „nationalen Schulterschluss“ zur Unterstützung der OMV. Auf die antiamerikanischen Beißreflexe ist Verlass. Christian Ortner formulierte es in der Presse treffend: „Im Zweifelsfall genießt eine Liaison zwischen Mullah-Diktatur und Mineralölmulti hierzulande mehr Ansehen als jene, denen wir die Befreiung von den Nazis offenkundig noch immer nicht verziehen haben“.[9]

Jeder Österreicher und jede Österreicherin finanziert indirekt, durch Steuergelder für OMV und Nabucco, und direkt, durch Gas-, Öl- und Benzinpreise, die Menschenrechtsverletzungen und nukleare Bewaffnung des Irans mit. Und nicht nur sie. Die OMV ist ein europäischer Player. Seit der Übernahme des rumänischen Ölkonzerns PETROM, ist die OMV Marktführer in CEE (Central Eastern Europe). Auch an der ungarischen MOL, welche selbst an Nabucco beteiligt ist, ist die OMV beteiligt und plant die Übernahme. Österreich und Europa machen sich mitschuldig am iranischen Terror gegen die eigene Bevölkerungen und ermöglichen durch ihre Politik die Pläne der Mullahs zur Realisierung eines zweiten Holocaust. Jeder Tag der verstreift, ohne dass dieser Pakt verhindert wird und das Mullah Regime an der Macht hält, kostet mehr iranische Opfer und bringt die iranische Atombombe immer näher.  Matthias Küntzel warnte schon im Mai: „Wenn Europas den Iran nicht unverzüglich und massiv unter Druck setzt und vor die Alternative stellt, entweder seinen Kurs zu ändern oder aber verheerende ökonomische Schäden zu erleiden, bleibt nur die Wahl zwischen einer schlechten Lösung – die militärische Option –oder einer schrecklichen, der iranischen Bombe.“[10] Es wird Zeit sich zu entscheiden.

 

Literatur und Quellenverzeichnis:

Amnesty International Report 2007, London 2007.

Grigat, Stephan, Die iranische Bedrohung, in:  Die Presse, 08.09.07.

Gusenbauer: “Werden Nabucco-Pipeline auf jeden Fall machen”, [http://derstandard.at/?url=/?id=3045884], derstandard.at, Abrufdatum: 24.10.07.

Human Rights Watch, World Report 2007, USA 2007.

Küntzel,  Matthias, Wohin steuern Österreich und die OMV?, Wien Mai 2007.

Ortner, Christian, Gas vom Gaskammern-Leugner, Die Presse, 24.04.07.

“Ich spiele nicht den Faserschmeichler”, Interview mit Wolfgang Ruttenstorfer, Der Standard, 7./8.7.2007.

 

 

 




[1] Vgl. Amnesty International Report 2007, London 2007, S. 139

[2] Human Rights Watch, World Report 2007, USA 2007, S. 463

[3] Vgl. Amnesty International Report, S. 139 - 141

[4] Vgl. Matthias Küntzel, Wohin steuern Österreich und die OMV?, Wien Mai 2007, S. 1 - 2

[5] Vgl. Stephan Grigat, Die iranische Bedrohung, in: Die Presse, 08.09.07

[6] Vgl. Küntzel, Österreich und OMV?, S. 1

[7] “Ich spiele nicht den Faserschmeichler”, Interview mit Wolfgang Ruttenstorfer, Der Standard, 7./8.7.2007

[8] Gusenbauer: “Werden Nabucco-Pipeline auf jeden Fall machen”, [http://derstandard.at/?url=/?id=3045884], derstandard.at, Abrufdatum: 24.10.07

[9] Christian Ortner, Gas vom Gaskammern-Leugner, Die Presse, 24.04.07

[10] Küntzel, Österreich und OMV?, S. 5

Kritik des traditionellen Antifaschismus

Wie der Tag gegen Faschismus und Antisemitismus “antifaschistisch” entsorgt wird

In einigen Wochen jährt sich die so genannte Reichspogromnacht nun zum 69. Mal. Der 9. November 1938 markierte den Höhepunkt eines durch antisemitische Aktionen geprägten Jahres in Österreich, oder der Ostmark wie es ab März 1938 hieß. Beim Raub an ihren jüdischen Nachbarn waren die österreichischen VolksgenossInnen dann auch so übereifrig, das die NSDAP diese wilden Arisierungen zu stoppen genötigt war, um diese dann in “geregelte” Bahnen zu lenken.
Doch am 9. November war es wieder so weit, als nationalsozialistische Entsprechung der Spontaneität der Massen, wurde als Antwort auf die Ermordung eines deutschen Diplomaten in Paris, vom Propagandaministerium der Startschuss für die Pogrome gegeben. Der antisemitische Mob, der davor einige Monate zur Ruhe angehalten wurde, konnte nun ungehemmt losschlagen. Alleine in Wien wurden dabei 27 Juden und Jüdinnen getötet und 88 schwer verletzt. In Innsbruck wurden 4 Juden und Jüdinnen Opfer des spontanen Mobs. 6.547 Juden und Jüdinnen wurden an diesem Tag allein in Wien verhaftet, davon wurden 4.000 ins Konzentrationslager Dachau verschleppt.

Unter dem nicht sehr originellen Motto - “Kein Vergeben, kein Vergessen!” ist für den 9. November 2007 in Innsbruck eine antifaschistische Demonstration von Seiten der ortsansässigen Antifa geplant. Anstatt nun aber am 9. November, dem Jahrestag der antisemitischen Pogromnacht 1938, den heute grassierenden Antisemitismus zum Thema zu machen, begnügen sich die Innsbrucker Antifas damit in ihrem Aufruf eine Chronologie der Neonaziaktivitäten in Innsbruck wiederzugeben.

“Seit dem Sommer 2005 vernehmen wir in Innsbruck, im Gegensatz zur örtlichen, anscheinend höchst uninformierten Polizei, ein ständiges Wachsen der rechtsextremen Szene.”

Dieser Beobachtung ist zuzustimmen, nach Jahren relativer Inaktivität der Neonazi Szene, tritt sie in Innsbruck wieder sichtbar auf. Für Linke, alternative Jugendliche, Punks oder MigrantInnen können diese Neonazistischen Jugendbanden, durchaus gefährlich werden - gesellschaftliche Relevanz haben sie im Moment aber keine. Hier ist immer noch Adorno zuzustimmen wenn er schrieb, dass er das Fortleben des Nationalsozialismus in der Demokratie für gefährlicher erachte als den Faschismus welcher sich gegen die Demokratie richtet. Aus diesem Grund sind rechtsextreme Parteien wie FPÖ oder BZÖ um einiges gefährlicher als diese NS Jugendgangs.

Ein Antifaschismus der sich alleine auf die Bekämpfung von Neonazis beschränkt, ist immer auch versucht die Gesellschaft der diese entspringen zu entlasten, dass ist ein weiteres Problem des Aufrufs. Auch wenn im Text darauf teilweise eingegangen wird:

“Wenigstens blitzt hier ein gut-bürgerlicher Antifaschismus durch, der zwar von rechten Tendenzen innerhalb der Gesellschaft nix wissen will, aber immerhin wird nicht mehr so getan, als ob alles in Ordnung wäre.”

Die eigentlich gute, postfaschistische Gesellschaft, so suggeriert zumindest der Text, ist in Gefahr von rechten Tendenzen beeinflusst zu werden. Entschuldung der österreichischen Gesellschaft auf antifaschistisch.

Antifaschismus als Selbstschutz

Dass Antifaschismus nichts revolutionäres ist, sollte sich langsam herum gesprochen haben. In Gegenden in denen es nötig ist, sich gegen Neonazis zu schützen, weil sie entweder offensiv und massenhaft auftreten und/oder die Polizei nichts gegen sie unternimmt, ist Antifaschismus pragmatischer Selbstschutz, aber auch nicht mehr. Sollte die Polizei aber gegen Neonazis vorgehen, was in Österreich mit unter auch passiert, kann man ihr diesen “K(r)ampf” guten Gewissens überlassen.
Ganz abgesehen davon, dass wer sich heute mit Antifaschismus beschäftigt, ein wenig mehr zum Nationalsozialismus und Antisemitismus zu sagen haben sollte, als eine Liste von Neonazi Aktivitäten in Innsbruck vorzulegen. Eine ideologiekritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und vor allem dem Antisemitismus wäre hier einzufordern. Dass dann im Text der Antifa Innsbruck weder auf die 9. November Pogromnacht eingegangen wurde, noch auf den aktuellen Antisemitismus, noch auf Antisemitismus überhaupt, der sich heute als Antizionismus oder für die vornehmeren als Israel”Kritik” äußert, ist symptomatisch.

Antifaschismus ist Israelsolidarisch oder er wird keiner sein

Angesichts einer iranischen Atombombe in der Hand von antisemitischen Apokalyptikern, die Israel nicht anerkennen, und Konferenzen unter dem Titel “a world without zionism” veranstalten, nehmen sich die Aktivitäten von Neonazigangs in Innsbruck gerade zu lapidar aus.

Die atomare Gefahr die vom Iran ausgeht, wird in der Linken meist mit dem Hinweis auf das Atomwaffenarsenal Israels und dessen Zweitschlagkapazität relativiert, oder es wird auf die friedliche Nutzung hingewiesen, die der Iran vorgibt zu verfolgen.
In wie weit nun ein möglicher israelischer Vergeltungsschlag überhaupt eine abschreckende Wirkung hätte, wenn das gegenüber ein paar Millionen tote IranerInnen in Kauf nimmt um Palästina von den Zionisten zu befreien, muss stark bezweifelt werden. Und ob nicht gerade die Auslöschung Israels die friedliche Nutzung der Atomenergie von Seiten der Teheraner Umma Sozialisten zum Ziel hat, sollte zumindest angedacht werden.
Österreich (mit seinem 22 Mrd Euro Deal) und Deutschland stehen an vorderster Appeasement Front um Sanktionen gegen den Iran zu verhindern. Dies wäre aber wohl noch die letzte realistische nicht militärische Möglichkeit das iranische Atomprogramm zu stoppen.
Die postfaschistischen Staaten Österreich und Deutschland können bei ihrer Politik gegenüber dem Iran aber auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens bauen, der von den Iran Fahnen schwingenden Neonazis über die gesellschaftliche Mitte bis zu den gleichgültigen oder gar Iran solidarischen Linken reicht.

Kursiver text aus: “Barrikaden gegen braune Brüder über die Umtriebe der rechtsextremen Szene”, in: “Grauzone INFO - Oktober/November”, Innsbruck 2007.

Erklärung zur Pro-Iran “Kundgebung” - Eine nicht-Kritik

Liebe antiimperialistische Arschgesichter!

Es verwundert uns geradezu, dass politischer Irrsinn, wie auch ihr ihn täglich praktiziert, in Österreich keine Massenbasis findet. Nein ehrlich, euer lächerliches Häufchen von Internationale-Entwicklung StudentInnen, ProvinzrevoluzzerInnen und sonstigen AntisemitInnen, österreichischer wie arabischer Provinienz, war beinahe bemitleidenswert. Eigentlich wären eure antisemitischen und völkischen Positionen doch durchaus mehrheitsfähig im postnazistischen Österreich. Doch Herr und Frau Österreicher scheinen den Schmied (Nazis, Islamisten und etablierte rechtsextreme Parteien) dem Schmiedl (Pröbsting, Langthaler und andere hässliche Gestalten) vorzuziehen. Pech gehabt.
Kein Wunder also, dass ihr ziemlich blöd dreingeschaut habt als wir plötzlich vor euch gestanden sind und euch einer eurer Djihad Wimpel abhanden gekommen ist. Wie es sich für geschlagene AntisemitInnen gehört, halluziniert man sich dann noch vor der Kamera des iranischen Senders Press TV in die Rolle des Opfers einer weltweiten zionistischen Aggression.

Eure vier Kameraden vom nationalen Widerstand stellten wohl auch keine große Hilfe dar, wart ihr doch nicht mal in der Lage sie als solche zu identifizieren. Unsere ursprüngliche Intervention galt nämlich diesen vier Gestalten, welche sich mit Palitüchern und Iran-Flagge, hinter eurem Infotisch verschanzt hatten. Zugegeben, optisch unterschieden sie sich kaum vom Rest der Elendstruppe. Aber dass ihr euch zu deren Schutz persönlich dazwischen werft und die Wiener Polizei ruft, hätten wir dann doch nicht gedacht. Das ist wohl die gelebte antiimperialistische Solidarität und Völkerfreundschaft.
Soviel zum imaginierten mehrfachen Angriff durch „zionistische Jugendliche“ (womit wir leben könnten) und „verrückte antinationale“ (wir bevorzugen ja Antideutsche CommunistInnen).

Eure großkotzige Internetpräsenz machte uns tatsächlich glauben wir würden am Graben mehr als nur dreißig Feinden der Aufklärung und des Communismus gegenüberstehen. Für diese schlechte Show sparen wir uns nächstes Mal die Anreise.

Abschließend eine Denksportaufgabe: Wie umnachtet muss man als selbst-deklarierte KommunistInnen eigentlich sein, um ein Regime zu unterstützen das sich durch den weltweit radikalsten Antikommunismus auszeichnet? Klärt uns auf.

Politbüro für Feindaufklärung
Antifa Operation Neptune

Israel’s righteous war!

This text was originally published in summer 2006 and translated to English in October 2007. Since then a lot has changed, yet our conclusion remains the same.

Since July 12th 2006 there is war again in the middle east. At least if you follow the logic of the western media, that always calls Israels reactions to continuing rocket attacks on Israeli territory by Lebanese and Palestinian terror organizations a war, but never the initial terror acts themselves. As expected European public opinion was formed quickly. Israels reaction is “over the top” both members of European parliaments and the simple people in front of their telly claim alike: Violence to be suspended immediately and while “Hisbollah’s provocations” are to be criticized, Israel’s reaction is too extreme
While European politicians were among the first to criticize, they never explain how the world and Israel should deal with an organization like Hisbollah, that promotes the annihilation of Israel and, since Israel’s withdrawal from southern Lebanon in 2000, piles up an arsenal of destructive weapons, with the financial and logistic support of both Syria and Iran. Instead of finding answers to this urgent threat Europeans promote an abstract “pacifism”, assured through biased media reports.

The political left and other “friends of peace” in Europe and Austria disavow the fact that the annihilation of Israel and it’s people was part of the PLO program (at a time when the majority of the 68th movement solidarized with them), it’s part of the Hamas program, who leads the current Palestinian government, it’s part of the Islamic Jihad’s policy and it’s part of Shiite Hisbollah’s main policy. Despite of these facts Israel’s defensive warfare is either disliked or condemned by the majority of the European public. Simply spoken, the European public wants Israel to wait until the Islamist rackets implemented their policy of destroying Israel. Maybe that’s what they regard as peace… Once again Paul Spiegel’s famous words apply: “Behind the call for peace the murderers entrench.”

Israel’s righteous war!

Israel’s war is righteous. Righteous primarily because it was imposed from outside. It is Hisbolla, supported by Syria and Iran, Hamas and other radical Palestianian groups that not only do not acknowledge Israel but try to destroy it. That’s why there is no alternative to military action. Supposed Israel would negotiate, what should they negotiate about with antisemitic murderers? Whether Israel should only be partially destroyed or everyone should be driven into the sea? Israel wages this war to grant security to those Jewish people, that were forced through antisemitic hatred all over the world, to come to Palestine. Israel fights to keep the sanctuary for those who are potential victims of antisemitsm alive. Israel’s protective function is vital in a capitalistic world, that through its forms of fetish, inevitably produces antisemitism.

Whether Israel’s government always acts wisely is a legitimate question. But then, which government ever acts wisely? It might sound cynic to some, but Israel also acts in the name of the majority of the Lebanese people, who do not want to live in a Shiite theocracy à la Iran. This theocracy has already become a reality in Hisbollah controlled southern Lebanon where not even the most basic civic rights exist.

Civilians, which civilians?

Each civilian victim in this conflict is to be bemoaned, no matter on which side. Yet who exactly is a civilian? Is a Palestinian suicide bomber who kills civilians in an Israeli disco a civilian until he commits that act? And if an Israeli commando unit manages to stop him, did they kill a civilian? Jihadist warriors hardly ever attack the Israeli military, that’s not important for them, their target is the jew.

Of course, from time to time Israels army kills real civilians, which is also a result of self proclaimed “god’s warriors” policy of hiding their rocket launchers in living quarters amongst children or even next to orphanages and schools.

Prospects?

Israel’s aim is to finally disarm Hisbollah and Hamas. No matter what European media claims this goal is very defensive. Israel does not want to annex foreign territory or force other people to convert to its faith. What Israel wants is to disarm terrorist organizations. Disarming is only possible at the place where these groups stack and fire their weapons.

There is no alternative to military action against Hisbollah and Hamas. Only if these groups, who in the past managed to disturb the peace process, are destroyed, there will be a real chance for peace in the Middle East.

Eine Fußnote des antisemitischen Terrors

Reinhard Pitsch umgibt sich gern mit dem nebulösen Schimmer des Intellektuellen. Dass er heute nicht mehr als eine Fußnote in der Geschichte der deutschen Stadtguerillas darstellt, erklärt er sich militärisch und politisch, ein bissl traurig scheint er aber dennoch darüber zu sein. Überhaupt wirkt der schlecht gekleidete und unfrisierte Mann mit Brille, weniger wie der kongeniale Drahtzieher einer Entführung, welche drei Generationen der RAF, sowie die Bewegung 2. Juni und diverses palästinensisches Gesindel für Jahrzehnte finanzierte, sondern eher wie der obdachlose, an einer Leberzirose zehrende Philosoph vom 24 Stunden Würstelstand nebenan.

 

Pitsch kam 1977 in Kontakt mit Aktivistinnen der Bewegung 2. Juni und stellte fortan eine Art Laufbursche zur konkurrierenden RAF dar. Am 9. November 1977 führte diese österreichische Bauernabteilung der Bewegung 2. Juni die Entführung des österreichischen Industriellen Walter Palmers durch und erbeutete dabei 31 Millionen Schilling/2,25 Millionen Euro. Das Geld versickert schnell, die Terroristen jedoch wurden schon kurz danach gefasst und Pitsch wurde 1978 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Heute arbeitet Pitsch als Italien Korrespondent der ehemaligen HJ Zeitschrift altlinken Jungen Welt.

 

Am Beispiel Pitsch verdeutlicht sich der Wahnsinn dieser deutschen Terrorbewegungen einmal mehr eindrücklich. Am Mittwoch 02.05.07 war Pitsch zu Gast in der ORF Sendung Extrazimmer, einem belanglosen Club 2 Aufguß. Befragt, ob er denn die Mordattentate des deutschen Herbsts bereuen würde und ob er Palmers erschossen hätte, wenn kein Geld eingelangt wäre (Er bejahte diese Frage), meinte Pitsch “Jeder Angriff der RAF [Anmerkung: Hier ist die Royal Air Force gemeint] auf Dresden hat mehr Unschuldigen das Leben gekostet, als sämtliche Toten durch Terroristenattentate”. Pitsch und Konsorten, welche theoretische nie über eine Verortung sämtlicher, selbst für Blindgänger wie sie erkennbarer, negativer und abstrakter Aspekte des Kapitalismus in den Personen der, um ihre Terminologie zu bemühen, “Großkapitalisten” hinauskamen, schickten sich in ihrem deutschen Herbst an, die antikapitalistische Naziideologie ihrer Väter fortzuführen. Ob im Juli 1976, als bei einem Gemeinschaftswerk von Pali-Terroristen, Revolutionären Zellen, RAF und Bewegung 2. Juni, ein Passagierflugzeug entführt wurde und sämtliche, von den deutschen Terroristen als jüdisch attributierte Passagiere aus selektiert wurden, oder schon Jahre zuvor, als Palästinensische Terroristen in München das Israelische Olympiateam massakrierten und dafür später von Meinhof literarisch gewürdigt wurden. Oder auch, in den zahllosen anderen Entführungen und Morden an so genannten “Großkapitalisten”. Diese Aktionen verortete man natürlich moralisch als weit höher stehend, als die Befreiung Europas eben unter anderem durch die Royal Air Force. Nicht umsonst knüpften die Stadtguerillas da an, wo ihre Naziväter aufgehört hatten, im Kampf gegen Allierte und Juden in Deutschland.

 

Und Pitsch dieser Apologet des antikapitalistischen Judenhasses ergeilt sich noch heute an seiner “militärisch erfolgreichen” Aktion, welche es sowohl deutschen antisemitischen Killerkommandos, als auch ihren palästinensischen Pendants ermöglichte, weitere Morde zu begehen. Und für die Fortsetzung der Finanzierung des palästinensischen, islamofaschistischen Terrors sorgt längst die EU.

 

In ihrer Schrift “Rote Armee Fraktion – Die Aktion des Schwarzen September in München – Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes” schrieb Meinhoff:

Die Aktion des Schwarzen September hat das Wesen imperialistischer Herrschaft und des antiimperialistischen Kampfes auf eine Weise durchschaubar und erkennbar gemacht wie noch keine revolutionäre Aktion in Westdeutschland oder Westberlin.

Wie recht sie doch damit haben sollte.

Wenn das Marxismus ist, dann bin ich kein Marxist! (Karl Marx)

Kritik an Lenin, der SJ Vorarlberg und ihrem Text – 3 Jahre Irakkrieg

Eigentlich wollten wir schon länger mal eine Kritik an der leninschen Ideologie verfassen. Ihre Fehler, Mängel, Verkürzungen und problematischen Stellen aufdecken. Doch fanden wir nie wirklich den richtigen Anstoß dazu. Doch die Lektüre eines SJ Textes der größtenteils die leninsche Imperialismustheorie wiedergab, und den unmöglichen versuch unternahm, diese damals schon falsche Analyse auf die heutige Weltsituation zu übertragen, verschaffte uns nun Endgültig die nötige Motivation, uns vor den PC zu sitzen und drauf los zu schreiben. Der Text ist in drei unterschiedlich große Teile unterteilt, der erste Teil hat vor allem die leninsche Imperialismustheorie im Visier. Der zweite Teil beschäftigt sich vor allem mit strukturell antisemitischen Sichtweisen der Analyse von Lenin und der der SJ. Der dritte Teil soll mit Argumenten und Beispielen beweisen, dass nicht nur die Theorie auf schwachen Beinen steht, sondern auch empirisch einfach nicht der Wahrheit entspricht was Lenin oder die SJ behaupten.
Aber eins Vorweg, dieser Text ist weniger eine Kritik des SJ Textes, diese Aufmerksamkeit hätte ein solcher Text kaum verdient, er soll vielmehr eine Kritik am Marxismus-Leninismus sein.
Die SJ begnügt sich meist damit, die Behauptungen Lenins aus seinem Buch „Imperialismus das höchste Stadium des Kapitalismus“ (1917) wiederzugeben.
Daher weißt er auch dieselben Fehler, Mängel und Verkürzungen, der leninschen Ideologie auf. Der Versuch Lenins, Marx mit seiner Behauptung, der Konkurrenz- würde durch den Monopolkapitalismus und damit die abstrakte Herrschaft durch die personelle ersetzt, zu widerlegen, muss kläglich scheitern. Was Lenin nun als Monopolkapitalismus kennzeichnet, ist nichts anderes als die von Marx schon lange davor beschriebene Konzentration der Produktion. Michael Heinrich führt in seiner Einführung in die „Kritik der politischen Ökonomie“ einige der problematischen Analysen dieser Imperialismustheorie an.
1. Die Behauptung des Übergangs vom Konkurrenz- zum Monopolkapitalismus. Aus dem Größenwachstum der Einzelkapitale und einer immer kleiner werdenden Zahl von Kapitalen, die eine Branche dominieren (Tendenzen, die im übrigen keineswegs durchgängig vorherrschen, die sich zuweilen sogar umkehren), wird auf eine Veränderung der kapitalistischen Vergesellschaftungsweise geschlossen: Nicht mehr der Wert, sondern der Wille der Monopolherren soll jetzt die Ökonomie beherrschen. Mehr oder weniger erfolgreiche Planungsversuche von Einzelkapitalen oder Kartellabsprachen werden dabei mit einer grundsätzlichen Veränderung der über den Wert vermittelten Vergesellschaftung verwechselt. (Heinrich, S. 221)
2. Der Staat wird in dieser Sichtweise nur als das Instrument, der Einzelkapitale, der „Monopolherren“ gesehen. Das der Staat als ideeller Gesamtkapitalist, gesamtkapitalistische Interessen eben auch gerade gegen Einzelkapitale vertritt, bleibt bei dieser Betrachtung außen vor. (Gemeint sind Gesamtkapitalistische Interessen wie Aufbau von Infrastruktur, Gewährleistung der Reproduktion der Ware Arbeitskraft, die oftmals den Interesse der Einzelkapitale widerstreben oder diese nicht leisten können, aber zur Aufrechterhaltung des Kapitalismus trotzdem notwendig sind)
3. Der moralisierende Ton, der sich durch das ganze Leninwerk durchzieht, und im von der SJ nicht verwendeten Begriff „parasitär“ seinen Höhepunkt findet. Dieser von Hobson übernommene Begriff, ist äußerst Problematisch, und es ist nicht einzusehen warum die Ausbeutung einer „ausländischen“ Arbeiterinnenklasse schlimmer sein soll als die der „inländischen“. Überspitzt könnte mensch sich fragen ob den Lenin ein nationales Kapital fordert?

Was von Lenin als Fortsetzung der Marxschen Analyse intendiert war, hat im Ergebnis mit der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie nicht mehr viel zu tun. (Heinrich, S. 221)

Nun sollen Mehrere Punkte folgen die dem Verfasser dieser Zeilen bei der Lektüre des Leninbuches aufgefallen sind:

1. Glaubt Lenin das spezifische am Kapitalismus sei, Markt, Privateigentum und Klassenherrschaft der Bourgeoisie. Dass diese Sichtweise nicht nur falsch ist, sondern im Grund auch keine emanzipatorische antikapitalistische Kritik zulässt werde ich, weiter unten noch ausführen. Auf die Idee das das spezifische am Kapitalismus die Mehrwertproduktion sein könnte, dass der Wert eben nur die kapitalistische Form von Reichtum ist und eben nicht identisch ist mit stofflichem Reichtum, und abstrakte Arbeit die den Wert schafft und so den Kapitalismus konstituiert spezifisch für den Kapitalismus ist und deshalb eben nicht a-historisch, kommt Lenin natürlich nicht.
2. Er ist sich der Besonderheit der Kategorien Ware, Wert, Arbeit, nicht im Entferntesten bewusst. Auch er erliegt wie bürgerliche Ökonomen auch der fetischisierten Sichtweise die wie es Marx im Kapital ausdrückt, den Waren anklebt.
3. Er zitiert, ewiglang bürgerliche Ökonomen. Natürlich, im Vorwort geht er auf diesen Vorwurf in weiser Voraussicht schon ein. Dass dieses Buch eben in der Illegalität geschrieben sei, und es sonst nicht möglich gewesen wäre es zu veröffentlichen. Aber nicht das soll der Vorwurf an Lenin sein, dass er bürgerliche Ökonomen zitiert, Marx machte das ja auch nicht anderes, sondern wie er dies macht. Die einzige „Kritik“ die Lenin gegen die von ihm zitierten Ökonomen vorbringt ist, dass von Ihnen erforschte, sie nicht sehen wollten. Die Marxsche Methode ist natürlich eine ganz andere seine Kritik an der bürgerlichen Ökonomie ist nämlich das sie „niemals auch nur die Frage gestellt (hat), warum dieser Inhalt jene Form annimmt“ (MEW 23, S. 95)
4. Lenin glaubt doch tatsächlich, es würde genügen, die Klassenherrschaft der Bourgeoisie zu brechen und die kapitalistische Produktion unter die Kontrolle der Partei der Arbeit zu bringen. Was er aber nicht mitdenkt ist, dass kapitalistische Produktion, kapitalistisch produziert. Das also Arbeit immer noch ihren Entfremdeten Charakter Besitzt, wie davor. Das also eine von der Entfremdung befreite communistische Produktion geschaffen werden müsste. Das wird von Lenin, der Sowjetunion oder dem Liebling der SJ Hugo Chavez aber nicht mal im Ansatz versucht. Am System der Mehrwertproduktion wird nicht gerüttelt, es wird lediglich der unmögliche Versuch unternommen es „gerechter“ zu verteilen. Deshalb bleiben auch alle diese Systeme in der Logik des Werts gefangen, und sind nichts anderes als staatlich gelenkte kapitalistische Akkumulationsregime. Dass die Erringung der Macht im Staat, nicht die Überwindung der Kapitalismus sei wusste Marx, und so schreibt er im Vorwort zum „Kommunistischen Manifest“, dass der Staat eben nicht wie ein Werkzeug von den Arbeiterinnen nach der Übernahme benutzt werden kann. Mensch sollte hinzufügen, erst mit der Abschaffung von Staat, Nation und Kapital ist der Kapitalismus überwunden.

Die Gründe für all diese Fehleinschätzungen und Verkürzungen liegen auf der Hand. Der Marxismus auf den sich Lenin beruft, und nicht nur er sondern auch die SJ Vorarlberg und viele andere Linke, hat wenig bis gar nichts mit der eigenständigen Analyse und vor allem Methodik die Marx wohl erst im Kapital hervorbrachte zu tun. Um das weiter Auszuführen sollte ich nun zuerst den Begriff Marxismus erklären.
Marxismus ist kurz gesagt eine Ideologie: Ein äußerst simpel gestrickter Materialismus, bürgerliches Fortschrittsdenken, ein paar stark vereinfachte Elemente der Hegelschen Philosophie und Versatzstücke Marxscher Begrifflichkeiten (Heinrich, S. 23) und fertig ist das identitäre Welterklärungsmodell das sich Marxismus nennt. Eine Ideologie wohlgemerkt die wie jede andere Ideologie auch, keine Ahnung des bürgerlichen Fetischismus , und der sich daraus ergebenden Konsequenzen hat. Und der Ideologie Charakter des Marxismus, offenbart sich dann eben in den oben schon angeführten problematischen Analysen.

Daher verwundert es dann auch nicht das solche Sätze zustande kommen wie der Folgende. MarxistInnen bezeichnen die gegenwärtige Epoche des Kapitalismus als „Imperialismus“. Die erste Frage in diesem Zusammenhang wäre wohl, wie sich den solch ominösen Marxistinnen definieren. Beziehen sich solch Marxistinnen auf Marx? Dann sollte nach Marx Zitaten zu Fragen sein, die diese Epoche des Kapitalismus als Imperialismus bezeichnen. Nichts dergleichen ist aber wohl zu finden, wohl eher das Gegenteil, wenn mensch Kenntnis vom marxschen Text zu Indien hat (vgl. MEW 9, S. 148-156). Zwar weiß Marx natürlich das der Weltmarkt „überhaupt die Basis und die Lebensatmosphäre der kapitalistischen Produktionsweise bildet“ (MEW 25, S. 120), doch mit dem moralisierenden Imperialismusbegriff von Lenin hat das wenig zu tun. Der Begriff der eigentlich vom linksliberalen Habson (1902) kommt und von Lenin unkritisch in seinem Werk „Imperialismus das höchste Stadium des Kapitalismus“ übernommen wurde, hat nichts mit Marx, aber viel mit einem nicht Verständnis, und einer versuchten Revision marxschen Denkens zu tun.

Der Begriff Imperialismus, der moralisierend Auszudrücken versucht was einfach nur Kapitalismusimmanent ist, also das Staaten in der Internationalen Staatenkonkurrenz nach ihren Möglichkeiten, ihre jeweiligen Interessen durchzusetzen versuchen, ist mehr als entbehrlich. Denn wird erkannt, dass der Kapitalismus diese Staatenkonkurrenz durch die das Handeln der einzelnen Staaten determiniert wird, erst hervorbringt, ist ein vom Kapitalismus losgelöster Begriff wie Imperialismus unnötig. Und lässt den Verdacht aufkommen, dass wie viele Neoliberal-Sager es heutzutage machen, Teile des Kapitalismus affirmiert werden. Und das als „schlecht“ angenommene einfach in Begriffen wie Imperialismus oder Neoliberalismus externalisiert werden.

Struktureller Antisemitismus in Lenins Analyse

Eins Vorweg, mensch kann wohl mit gutem Gewissen behaupten, dass es sich bei Lenin keinesfalls um einen Antisemiten gehandelt hat. Ganz im Gegenteil, hat sich doch Lenin immer wieder öffentlich gegen Antisemitismus ausgesprochen. Und so brachte die Sowjetunion für Juden und Jüdinnen eine Sicherheit die sie unter dem Zaren nicht kannten. Auch die Aktivitäten die Lenin gegen den Bund (sozialistische-zionistinnen) entfaltete, sollte mensch im Zusammenhang mit seiner antinationalistischen Grundhaltung sehen. Das alles soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dann später in der Sowjetunion zu antisemitischen Kampagnen kam, wie zb Auflösung des antifaschistisch-jüdischen Komitees, das so genannte „Ärztekomplott“ und die Kampagne gegen Zionistinnen und Kosmopolitinnen. Aber mit Lenin hat das alles nichts zu tun.

Was Lenin aber angelastet werden kann, ist, dass er eine Analyse des Kapitalismus hervorbrachte, die mit Analysen von Antisemitinnen fast deckungsgleich ist. Anders als Marx charakterisierte Lenin den Kapitalismus eben nicht als abstraktes Herrschaftssystem, sondern behauptete durch die Monopolbildung und damit durch den Übergang vom Konkurrenz- zum Monopolkapitalismus würde eine immer kleinere Gruppe von Kapitalistinnen die Wirtschaft lenken. Natürlich geht Lenin nicht so weit und behauptet diese Kapitalistinnen die die Wirtschaft lenkten seien Juden und Jüdinnen, doch hat diese Analyse mit antisemitischen Analysen Gemeinsam (daher eben nicht zwingend sondern strukturell antisemitisch), dass eben Personen den Verlauf des Kapitalismus beherrschen, und nicht wie bei Marx abstrakte Zwangsmechanismen, denen jeder sowohl Kapitalistin als auch Arbeiterin unterworfen ist.

Auch der Begriff des Finanzkapitals ist mehr als problematisch, aber nicht nur weil auch Neonazis die Parole „Nieder mit dem Finanzkapital“ skandieren. Sondern weil zum einen laut Marx Produktions- und Finanzkapital eine Einheit bilden, und es daher nicht einzusehen ist, diesen Begriff gesondert zu benutzen. Und zweitens die Kritik am Finanzkapital oft dahingehend geht es sei „unproduktiv“. Die Ausbeutung wird dann in der Zirkulationssphäre ausgemacht und nicht wie bei Marx in der Produktionssphäre. Das steigert sich dann bis zur Behauptung das Finanzkapital würde „unproduktiv“ Geld zu Geld machen. Das diese Analyse auch von Antisemitinnen Geteilt wird, und bei der NSDAP unter dem Widerspruch schaffendes vs. Raffendes Kapital bekannt war, sollte Anlass genug sein diesen Positionen eine abfuhr zu erteilen.

Die Idiotie, die Bewegung G – G´ würde sich unabhängig von der Produktionssphäre vollziehen, erinnert frappant an die verkürzt fetischisierte Sichtweise von bürgerlichen Ökonomen und/oder Antisemitinnen. Für Leute aber, die sich selbst als „Marxistinnen“ bezeichnen, und für die wohl klar sein sollte, dass Ausbeutung und damit die Produktion von Mehrwert durch die Arbeiterinnen in der Produktionssphäre sich vollzieht, das Mehrwert von den Arbeiterinnen in der Produktion geschaffen wird, sollte eine solche Aussage wie die folgende nicht getroffen werden.
Auf diese Art und Weise werden täglich über 1000 Milliarden US-Dollar über den Globus geschickt – einfach nur, um irgendwas aufzukaufen mit der Hoffnung, es teuerer weiterverkaufen zu können. Somit sind diese Transaktionen in den seltensten Fällen produktiv. (SJ, Homepage)
Schlimm genug dass sich in diesem Satz die ganze analytische Schwäche der Sozialistischen Jugend Vorarlberg erkennen lässt, doch spielt sie zu allem Überfluss, bewusst oder nicht, mit dem alten antisemitischen Klischee, Produktives vs. Unproduktives Kapital.

Theoretische und empirische Unzulänglichkeiten der Imperialismusthese

Die Imperialismusthese von Lenin besagt, dass der Kapitalexport eine imperialistische Vorgehensweise nötig macht. So gab es diesen Kapitalexport zwar, aber eben nicht in die Kolonien und weniger kapitalistisch entwickelten Länder, sondern vor allem in die kapitalistischen Zentren. Das bedeutet, dass die Ursache des Kapitalexports nicht allein die mangelnde Profitabilität in den kapitalistischen Zentren sein konnte, denn dann hätte es keinen Kapitalexport in andere Zentren geben dürfen.(Heinrich, S. 221)
Diese Modell nun auf die heutige Zeit anzuwenden birgt einige Probleme in sich, so ist in den USA, die von Antiimps ja der größte imperialistische Staat wahrgenommen wird, der Kapitalimport die entscheidende wirtschaftliche Größe, und nicht der Kapitalexport. Über solche Unstimmigkeiten, sieht mensch mit einem gesunden maß an Dogmatismus und Weltfremdheit einfach hinweg. Und beschäftigt sich lieber mit der Frage, Irakkrieg warum?

Warum es zum Irakkrieg kam weiß die Sozialistische Jugend Vorarlberg, und andere antiimperialistische Organisationen genau. Wegen dem Erdöl und wegen sonstiger Wirtschaftlicher Interessen der USA. Daher sollte schon zu fragen sein, ob es aus einer wirtschaftlichen Logik nicht ein bisschen teuer ist, sich durch Krieg Märkte zu sichern? Und ob es nicht ein bisschen weit hergeholt ist das gerade ein Land dass ca. 14% seines Erdöl Verbrauchs aus dem Nahen Osten Bezieht ein solches Interesse daran hat dieses Gebiet sich kriegerisch anzueignen? Natürlich spielen wirtschaftliche Überlegungen beim Irakkrieg eine Rolle, aber eine sehr kleine würde ich meinen. Um vielleicht einen objektiveren Blick auf die Kriegsgründe der USA zu bekommen, sollte der/die Leserin nun von den verschiedenen Fraktionen der US- Bush 43 Regierung in Kenntnis gesetzt werden.

• Liberale Neokonservative: sind ehemalige Trozkistinnen die am Konzept der permanenten Revolution festgehalten haben. Aber zu Apologeten des Freien-Marktes wurden. Sie haben ein idealistisches Sendebewusstsein, und wollen den Nahen Osten Demokratisieren.
• Realistische Neokonservative: Demokratisierung aus geostrategischen Überlegungen, und wirtschaftlichen Interessen.
• Konservative: Ihnen ging es Primär um wirtschaftliche Interessen.
• Anglikanische Rechte: Waren gegen den Irakkrieg, sie vertreten die Auffassung das sich die USA nicht in der Welt einmischen sollen.

Aber die Diskussion ob es den USA nun wirklich um Demokratie ging, oder sie doch nur ihre wirtschaftlichen Interessen vertrat, ist vielleicht für moralisierende Leninanhängerinnen Interessant, für jemensch der es ernst meint mit materialistischer Kritik, bleibt die Frage eher müßig. Das Resultat des Irakkrieges, das ein antikommunistisches trikontinental-faschistisches Regime wie es das Ba´thremige war, gestürzt wurde sollte Grund zur Freude geben, dass aber interessiert den Friedensbewegten Antiimp nicht. Genau so wenig es ihn interessiert, das kommunistische Parteien nun endlich wieder legal bestehen können, und deren Anhänger nicht mehr in den Folterkellern des ba´thistischen Iraks verschwinden. Aber natürlich hat die USA schwere Fehler bei der Demokratisierung des Iraks begangen, der Vorwurf sollte aber sein, dass sie es nicht so hinkriegen wie es sein sollte, und nicht das sie es überhaupt probiert haben. Auch sollte mensch nicht in Demokratie Idealismus verfallen, Ziel sollte immer die befreite Gesellschaft, der Verbund der freien und Gleichen sein. Doch besser als Ba´thismus oder Islamismus ist Demokratie allemal, und daher auch von emanzipatorischen Linken vor der falschen Aufhebung zu verteidigen.
Aber die SJ Interessiert das alles nicht, sie schreibt lieber vom imperialistischen Interesse der USA, und schweigt sich aus über die islamitische Kopfabtrennerei, deren suicide bombings, und dem post ba´thistischen Terrorbanden.

Muslimbrüder und die Nazis

Der Nationalsozialismus ist in der gesamten arabischen Welt oft auf Sympathie und nicht selten auf Begeisterung gestoßen. (Küntzel 2002, S. 34)

el husseini und adolf hitler

Gründe für diese Begeisterung waren laut Sami al-Juni einem Führer der syrischen Bathpartei, zum einen der gemeinsame Feind, also Frankreich und Großbritannien, zum anderen der deutsche Begriff von „Volk“. Dieser Volksbegriff drückte sich nicht etwa durch Grenzen und politische Souveränität aus, sondern durch Sprache, Kultur und Blut, und war damit dem Konzept der umma weitaus näher verwandt als das Staatsbürgerschaftskonzept französischer oder britischer Prägung. In beiden Konzepten, umma und deutsche „Volks“ Definition, steht die Gemeinschaft und nicht das Individuum im Mittelpunkt. (Vgl. Küntzel 2002, S. 34)

In den 30er Jahren Gründeten sich eine Unzahl von Organisationen im nahen Osten, die sich inhaltlich aber auch durch ihre Erscheinung stark an die Nationalsozialisten anlehnten. Beispiele dafür waren, die Syrische Volkspartei 1932 von Antun Saadeh in Damaskus gegründet. Die Jugendorganisation der Regierung des Iraks, die den Namen Futuwwa trug, und 1938 als Abordnung am Aufmarsch der Hitlerjugend am Nürnberger Parteitag teilnahm. Im Libanon die Phalanges Libanaises, und in Ägypten die Vereinigung Junges Ägypten. (Vgl. Küntzel 2002, S. 34-35)

Über das Verhältnis zwischen Muslimbrüdern und Nationalsozialisten ist dagegen eher wenig bekannt. Zwar standen die Muslimbrüder den Nazis bei der Verbreitung von „Mein Kampf“ im arabischen Raum zur Seite, und unterstütze al-Banna die deutschen Pläne eines antibritischen Aufstandes in Ägypten. (Vgl. Küntzel 2002, S. 35) Doch „Von einem offenen Schulterschluss zwischen Nazis und Muslimbrüdern konnte dennoch keine Rede sein.“ (Küntzel 2002, S. 35)

Die Muslimbrüder lehnten die nationalsozialistische Rassenpolitik ab, nicht aber den damit verbundenen Antisemitismus, und konnten vor allem diesem „Deutschland über alles“ Nationalismus nichts abgewinnen, weil er ihrer Vorstellung einer universellen umma widersprach. Außerdem war al-Banna zu religiös um einen nicht-muslimischen Führer zu akzeptieren. (Vgl. Küntzel 2002, S. 35) Was sie an Deutschland schätzten, führten die Muslimbrüder auf die Übernahme islamischer Prinzipien durch die Nazis zurück. (Mathias Küntzel 2004, S. 284)

Trotzdem wurde die Muslimbruderschaft in Ägypten vor Oktober 1939 mit DNB Geldern Subventioniert, die beträchtlich höher lagen als die Beiträge für andere antibritische Organisationen. Mit den Geldern wurden vor allem antisemitische Propagandaschriften wie die 80seitige Broschüre „Feuer und Zerstörung in Palästina“ produziert. (Vgl. Mathias Küntzel 2004, S. 283)

Den Muslimbrüdern haben es die Nazis wohl auch zu verdanken, dass die Stimmung in Ägypten von einer eher wohlwollenden Meinung gegenüber der jüdischen Einwanderung in Palästina, in eine antisemitische Kippte.

Um einiges anders und vor allem inniger sah aber das Verhältnis von Amin al-Husseini zu den Nationalsozialisten aus. Der seit 1921 amtierenden Mufti von Jerusalem machte nie einen Hehl aus seiner Bewunderung für den Nationalsozialismus, und so sollte er sich später auch in deren Dienst stellen. Der für mehrere antijüdische Pogrome verantwortliche al-Husseini Umriss die wichtigsten Weltanschaulichen Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Nationalsozialismus in folgenden 7 Punkten.

  1. Monotheismus – Einheit der Führung, Führerprinzip.

  2. Sinn für Gehorsam und Disziplin

  3. Der Kampf und die Ehre, im Kampf zu fallen.

  4. Die Gemeinschaft nach dem Motto: Gemeinnutz geht vor Eigennutz.

  5. Hochschätzung der Mutterschaft und Verbot der Abtreibung

  6. Verhältnis zu den Juden – „In der Bekämpfung des Judentums nähern sich Islam und N.S. einander sehr“

  7. Verherrlichung der Arbeit und des Schaffens: „Der Islam schützt und würdigt die Arbeit, welche sie auch sein mag“. (Mathias Küntzel 2002, S. 39)

 

Was hier auffällt ist das vor allem Punkt 7, also der rassisch motivierte Antisemitismus der an eine jüdische Weltverschwörung glaubt, dem islamischen Judenbild bis dahin Fremd war. Diese Vorstellung der jüdischen Allmacht, resultiert vor allem aus der christlichen Gottesmordlegende. Im Islam gibt es diese nicht, Mohamed hatte die jüdischen Stämme laut Koran entweder versklavt, vertrieben oder getötet. Von Juden, die als leicht zu schlagen dargestellt wurden ging folglich auch keine ernstzunehmende Gefahr aus. Das Judenbild des Islam war also eher rassistisch, und man begegnete den Juden und Jüdinnen daher eher mit Verachtung oder herablassender Duldung. In dieser Vorstellung war es geradezu Absurd zu glauben, die Juden würden die Welt beherrschen. Dieser antisemitische Glaube war bis dahin im christlichen Europa zuhause. (Vgl. Mathias Küntzel 2004, S. 277)

Um so kraftvoller musste diese Wahnidee der arabisch-islamischen Welt eingehämmert werden. (Mathias Küntzel 2004, S. 277) Der Konflikt um Palästina war die passende Gelegenheit dazu. Broschüren die von der uralten Feindschaft zwischen Juden und Muslimen erzählten, wurden an muslimischen Bosnier verteilt, um sie für die SS Division Handschar, zur Rekrutieren. Und auch über Radio Zeesen, der seit 1939 bestand, und dem seit 1941 Amin el-Husseini vorstand, wurde der Topos des ewig feindseligen Juden, in der arabischen Welt verbreitet.

Diese oben beschriebene Verbundenheit war aber keineswegs einseitig, Heinrich Himmler schwärmte von der „weltanschaulichen Verbundenheit“ zwischen Nationalsozialismus und Islam, und führte den Begriff Muselgerman ein. (Vgl. Mathias Küntzel 2004, S. 277)

 

Amin el-Husaini offenbarte schon 1933 dem deutschen Konsul in Palästina seine Sympathie für den Nationalsozialismus, und so teilte er ihm mit, dass die Muslime in und außerhalb Palästinas das neue Regime in Deutschland befürworteten und sich dass selbe faschistische und undemokratische System auch für ihre Länder erhofften. (Vgl. Mathias Küntzel 2004, S. 274) Doch erst 1937 ergab sich in Folge des Teilungsplanes der britischen Peel-Kommision eine neue Situation. Und nun flossen Gelder und Waffen von Deutschland nach Palästina. Bis 1937 hatte es Deutschland vermieden eine offene antizionistische Politik zu betreiben, obwohl sich schon sehr früh der führende Chefideologe des NS, Alfred Rosenberger mit dem Buch Der Staatsfeindliche Zionismus 1921, und Adolf Hitler in Mein Kampf 1925, gegen den Zionismus schärfsten aussprachen. Grund dafür war, dass man bis zuletzt hoffte, es sich mit Großbritannien nicht zu verscherzen, und so wurde bis dahin, jeder erkennbare antibritische Akt unterlassen. Wobei die Nazis wohl davon ausgingen das die „Araber“ die Juden und Jüdinnen sowieso in Palästina liquidieren würden, laut neuesten Studien von Klaus-Michael Mallman und Martin Cüppers gab es dafür auch schon sehr konkrete deutsch Pläne, und bis dahin war es für sie ein nützlicher „Ablageplatz“ für unerwünschte Juden. (Vgl. Mathias Küntzel 2002, S. 38)

Doch nicht nur die Rücksichtsnahme auf Großbritannien wird es wohl gewesen sein, die eine frühere Unterstützung des Muftis durch die Nazis verhindert hatte. Zum einen fiel der Mittelmeerraum in den Aufgabenbereich Italiens, und zum anderen hatte Adolf Hitler schon in Mein Kampf die rassische Minderwertigkeit der Araber postuliert, und deren heiligen Krieg eine Absage erteilt. (Vgl. Mathias Küntzel 2004, S. 275)

Doch ab 1937 änderte sich die Politik Deutschland in diesem Punkt, den ein jüdischer Staat sei nicht im Interesse des Nationalsozialismus, war es aus Deutschland zu vernehmen. Die Nationalsozialisten fürchteten eine zusätzliche völkerrechtliche Machtbasis der Juden und Jüdinnen, für sie vergleichbar mit dem Vatikan für Katholiken und der Sowjetunion für die Komitern. Daher wurde ab diesem Zeitpunkt versucht das „Arabertum“ als Gegengewicht zum Judentum zu stärken.

Die Entscheidung, den „palästinensischen Aufstand“ in den Jahren 1937-1939 fortzusetzen, fiel nicht zuletzt in Berlin. (Mathias Küntzel 2002, S. 38)

Auch der Mufti gab selbst zu, dass es ohne die Waffenlieferungen aus Nazi-Deutschland nicht möglich gewesen wäre, den Aufstand in diesem Ausmaß durchzuführen. (Vlg. Mathias Küntzel 2002, S. 38)

Im Oktober 1939, nach der Niederschlagung des von ihm geleiteten „Aufstands“ in Palästina, ging el-Hussaini in den Irak. Als Mitglied des „Goldenen Vierecks“ nahm er 1941 an einem prodeutschen Putsch im Irak Teil. Zu diesem Militärputsch kam es am 1. April 1941 und Rashid Ali al-Kailani der eine deutschfreundliche Regierung anführte, kam an die Macht. Im Mai 1941 kam es dann zur Konfrontation mit Großbritannien. Doch weder der Jihad Aufruf des Muftis noch deutsche und italienische Waffen konnten die Niederlage des prodeutschen Regime im Irak verhindern. Was Großbritannien aber nicht verhindern konnte, war zum einen die antisemitische Propaganda der deutschfreundlichen Regierung, und zum anderen die Übergriffe gegen die Juden und Jüdinnen im Irak, die am 1. Juni 1941, also zwei tage nach dem die Briten Bagdad erobert hatten, in antisemitische Pogrome mündeten, bei denen 179 Menschen getötet wurden. (Vgl. Mark Selent 2003, S. 67-70)

Amin el-Hussaini gelang nach Ende des Militärputsches die Flucht über den Iran ins Dritte Reich nach Berlin.

Doch dies war erst der beginn einer Zusammenarbeit des Muftis von Jerusalem mit den Nazis, die erst mit der Zerschlagung eben dieser enden sollte.

 

Was el-Hussaini an den Nazis so faszinierte war wohl ihr Antisemitismus, den er teilte. Hinsichtlich des Antisemitismus nahm es der Mufti mit den deutschen Weltverschörungsphantasten ohne weiteres auf. (Mathias Küntzel 2002, S. 39)

Als 1942 amerikanische Truppen in Nordafrika landeten, erklärte er sich dies in antisemitischer Manier durch den Einfluss der Juden in den USA. Die Amerikaner seien nur die willfährigen Knechte der Juden und daher die Feinde des Islam und der Araber. (Vgl. Mathias Küntzel 2002, S. 39)

Auch mit der von den Nazis vorangetriebenen Judenvernichtung war der Mufti von Jerusalem einverstanden, und zwischen el-Hussaini und den Nationalsozialisten kam es immer dann zu Spannungen wenn diese Judenvernichtung nicht total ausgeführt wurde.

So zum Beispiel 1943, als Heinrich Himmler, mit dem Hussaini ein freundschaftliches Verhältnis pflegte, zu Propagandazwecken 5000 jüdische Kinder die Ausreise gestatteten wollte, und damit ihr wohl Überleben ermöglicht worden wäre. Als Gegenleistung sollten 20.000 gefangene deutsche Freikommen. Doch durch persönliche Interventionen des Muftis bei Regierungsbeamten kämpfte er gegen diese Planung so lange an, bis sie dann schlussendlich fallen gelassen wurde. Auch die Regierungsbeschlüsse Ungarns, Bulgariens und Rumäniens, jüdischen Kindern die Ausreise nach Palästina zu gestatten, hatten heftige Gegenreaktionen des Muftis, der diese Kinder lieber unter starker Kontrolle in Polen wissen wollte, zur Folge. Auch in diesem Fall konnte er sich schlussendlich durchsetzten. (Vgl. Mathias Küntzel 2002, S. 40)

Erst in den letzten Tagen des NS Regimes verließ el-Husseini Berlin, und flüchtete in die Schweiz. Dies führte zur Auslieferung nach Frankreich, wo er bis 1946 nicht unter den schlechtesten Bedingungen lebte. Jugoslawien hatte den Mufti auf die Kriegsverbrecherliste gestellt, und forderte aufgrund seiner Verantwortung für die Kriegsverbrechen der muslimischen SS-Division in Bosnien und Herzegowina, an Serben und Kroaten, seine Auslieferung. Doch zu dieser Auslieferung oder einem Prozess vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal kam es nicht. Die USA und Großbritannien wollten es sich mit der arabischen Welt nicht verscherzen, und Frankreich ließ ihn gewähren. Politisches Asyl bekam der Mufti, wie viele andere Nazis auch, in Ägypten unter König Faruk. (Vgl. Mathias Küntzel 2002, S. 48)

Diese Nichtauslieferung hatte weiterreichende Folgen, „Indem die Alliierten den Mufti amnestierten, wurde sein Antisemitismus rehabilitiert.“ (Mathias Küntzel 2004, S. 286)

Simon Wiesenthal bemerkte 1947 dazu, dass die Araber in der Straflosigkeit des Muftis wegen seiner NS Verbrechen „nicht nur eine schwäche der Europäer, sondern auch Absolution für geschehenes und kommende Ereignisse“ zu erkennen glaubten.

So schreibt Mathias Küntzel in seinem Aufsatz Von Zeesen bis Beirut, Nationalsozialismus und Antisemitismus in der arabischen Welt, dass es nach dem 8. Mai 1945 zu einer doppelten Zweiteilung der Welt kam, zum einen in eine Spaltung der Politökonomischen Systeme, die sich dann im Kalten Krieg ausdrückte. Die zweite Spaltung hatte mit einem Fortleben nationalsozialistischen Gedankenguts zu tun, und wurde vom Ost-Westkonflikt überdeckt. (Vgl. Mathias Küntzel 2004, S. 285)

Husseini selbst wurde nach 1945 von den Muslimbrüdern zum Stellvertreter al-Bannas ernannt, und zum Oberhaupt der Palästinensischen Sektion die damals 20.000 Mitglieder zählte. So konnte er seinen Krieg gegen die Juden als arabischer Held Fortsetzten, später sollte er dann noch am Aufbau der Fatah beteiligt sein, dessen späteres Oberhaupt Yassi Arafat er persönlich für diese Aufgabe vorbereiten sollte.

Israel im Krieg mit antisemitischen Mörderbanden

Seit dem 12. Juli 2006 herrscht wieder einmal Krieg im Nahen Osten, wobei schon die Logik hinterfragt werden sollte, warum denn immer erst dann Krieg herrscht wenn Israel auf Angriffe von Terrororganisationen reagiert und nicht schon dann wenn Israel aus Gaza oder dem Südlibanon seit Monaten mit Raketen angegriffen wird. Die europäische Öffentlichkeit hat sich ihre Meinung wie zu erwarten war schon gebildet: Israel reagiert „unverhältnismäßig“ tönt es aus europäischen Wohnzimmern und Parlamentsgebäuden. Die Gewalt sei sofort einzustellen, die „Provokation der Hisbollah“ sei zwar zu kritisieren, aber die Reaktion darauf doch mehr als „übertrieben“. Wie den nun aber mit einer Organisation wie der Hisbollah, die sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben hat, und seit dem Abzug Israels 2000, durch Iran und Syrien finanziell und logistisch Unterstützt, Waffen für die Zerstörung Israels Bunkert (10.000 Mittelstrecken Raketen), umzugehen sei, wird aber meistens nie beantwortet. Mensch begnügt sich in Europa mit einem abstrakten „Pazifismus“, der durch die mehr als einseitige Berichtserstattung der europäischen Medien nur noch bestärkt wird.
Viele Linke oder andere Friedensfreunde in Europa und Österreich wollen es nicht wahrhaben, die Liquidierung Israels stand im Programm der PLO (zu einer Zeit als sich ein grossteil der 68er Bewegung mit ihnen solidarisierte), sie steht auf dem Programm der Hamas, die die aktuelle Palästinensische Führung stellt, des Islamic Jihad und der schiitischen Hisbollah. Trotz alledem wird der Verteidigungskrieg, von großen Teilen der europäischen Öffentlichkeit abgelehnt wenn nicht sogar verurteilt. Mensch fordert damit indirekt wenn nicht gar direkt, Israel solle nicht so „überreagieren“ und doch bitte solange warten, bis die islamitischen Rackets ihr Programm, also die Zerstörung Israels in die Tat umgesetzt haben. Vielleicht ist es ja auch das was sich die europäische Öffentlichkeit unter Frieden versteht. Schon Paul Spiegel wusste: „Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder“Israels gerechter Krieg!

Israel führt einen gerechten Krieg, gerecht vor allem aus dem Grund, weil er ihm von außen aufgezwungen wurde. Es ist die Hisbollah von Syrien und Iran unterstützt, die Hamas und andere radikal palästinensische Gruppen die Israel nicht nur nicht anerkennen, sondern auch zerstören wollen. Das ist auch ein Grund warum diese Militäraktion Israels ohne Alternative ist. Denn angenommen Israel würde den diplomatischen Weg einschlagen, über was sollte mit den antisemitischen Mörderbanden verhandelt werden? Ob Israel jetzt ganz oder nur zur hälfte vernichtet wird, ob eine Gewisse Anzahl von Jüdinnen als Dimmis (angehörige einer Buchreligion, die Menschen zweiter Klasse sind) überleben dürfen oder alle ins Meer getrieben werden sollen? Israel führt diesen Krieg, um die Juden, die der Hass der Völker nach Palästina getrieben hat, ein Leben in Sicherheit zu gewährleisten und damit auch die Zufluchtsstätte für alle potenziell vom Antisemitismus Verfolgten vor der Zerstörung zu bewahren. Diese Schutzfunktion Israels, ist gerade in einer kapitalistisch verfassten Welt die durch ihre Fetischformen, Antisemitismus unweigerlich produziert, unerlässlich. Ob die israelische Regierung dabei immer richtig reagiert sei einmal dahingestellt, aber welche Regierung tut das schon.
Auch wenn das für viele zynisch erscheinen mag, Israel handelt objektiv auch im Namen der Mehrheit der libanesischen Bevölkerung die ganz sicher kein Interesse an einem schiitischen Gottesstaat der Marke Iran hat. Doch auch jetzt schon hatte die Hisbollah im Süden des Libanon einen terroristischen Staat im Staat etabliert, in dem nicht einmal die Mindeststandards der bürgerlichen Gesellschaft erfüllt werden.
Zivilistinnen, welche Zivilistinnen?

Jede/r Zivilistin in diesem Konflikt ist zu betrauern, egal auf welcher Seite. Doch sollte auch immer bedacht werden, wenn wieder einmal ein übereifriger Nachrichtenmoderator anmerkt, es seien wieder Zivilistinnen gewesen, die durch israelische Waffen getötet wurden, dass wohl auch Aktivisten von Hamas, Islamic Jihad oder den Al-Aksa Brigaden solange Zivilisten bleiben solange sie sich nicht vor einer Disko in Israel in die Luft gejagt haben.
Nur selten wagen sich die jihadistischen Gotteskrieger in die nähe von israelischen Militärpersonen, dass ist ihnen auch eher egal, ihr Ziel ist der Jude.
Natürlich tötet auch die israelische Armee immer wieder Zivilistinnen, ein Grund dafür ist aber wohl auch, dass sich die Selbsternannten Gotteskrieger nur allzu gerne hinter Zivilistinnen, die oft sogar noch Kinder sind verstecken, oder Ihre Waffenlager und Abschussrampen, neben Waisenhäusern oder unter Schulen haben.

Aussichten?!

Das Ziel das Israel in diesem Krieg erreichen will ist die Endgültige Entwaffnung der Hisbollah und der Hamas. Und das ist anderes als es oft in europäischen Medien transportiert wird, eine defensive Ausrichtung Israels. Es geht Israel eben nicht darum Land zu annektieren, oder anderen Menschen ihren Glauben aufzuzwingen, sondern es geht um eine endgültige Entwaffnung der terroristischen Organisationen. Diese Entwaffnung ist aber nur möglich, wenn Israel das dort tut, wo die Waffen von der Hisbollah oder der Hamas, gelagert und Abgefeuert werden.
Die Militäraktion gegen die Hisbollah und die Hamas ist ohne Alternative, denn nur wenn diese Organisationen die immer wieder erfolgreich den Friedensprozess stören, zerschlagen werden, wird es eine reale Chance auf Frieden in dieser Region geben. Sollte Israel aber gezwungen werden ein Waffenstillstand, der den alten Status quo nur wieder herstellt, einzugehen wäre, dass wie ein Sieg der Hisbollah und deren Unterstützer dem Iran.

Antinationale Ideologie und Israel

Warum hier Antinationale Linke besprochen werden, hat unter anderem persönliche Gründe. 2004 und 2005 auf der Demo in Dornbirn, als auch 2005 in Wunsiedel waren AktivistInnen der antifa:on, als es zu übergriffen gegen IsraelfahnenträgerInnen kam, meist in unmittelbarer nähe oder auch direkt davon betroffen. Was jedoch auffiel, die Angreifer verstanden sich selbst ausnahmslos als Antinationale Linke und wollten das nie vereinbarte “Nationalfahnenverbot” das sich in erster Linie aber gegen die Fahnen der Anti-Hitler Koalition und die Israels richtete, mit Hilfe von Boxeinlagen durchsetzen. Hier soll es jetzt aber nicht um eine Aufzählung von Übergriffen gegen Israelsolidarische Linksradikale auf Antifa- Demos gehen, sondern um eine Kritik einer wie ich denke falschen “Antinationalen” Herangehensweise.

Die meisten Gruppen und Einzelpersonen, die Heute das Label Antinationale Linke für sich beanspruchen, haben meist Probleme die Begriffe Staat (Organisator und Regulator kapitalistischer Produktion und Reproduktion) und Nation (Ideologie des Staates und seiner Staatsbürgerinnen) zu trennen, und auch die Unterscheidung von Nationskonzepten (bürgerlich, pluralistisch oder völkisch) ist ihnen Fremd. Kurz gesagt es ist ein Antinationalismus ohne Analyse und Theorie, aber mit einem ungeheueren Hass auf Israel und die USA. Nimmt es der Antinationale von Heute mit seinem Antinationalismus, nicht ganz so ernst wenn es um die Zappatistas geht die sich immer gerne auf die mexikanische Nation berufen, kompensiert er es dann damit, dass er der einzige Nation, also Israel die solange es den Kapitalismus gibt eine Notwendigkeit hat, ihr Existenzrecht abspricht.
Doch kommen wir hier erst einmal auf die Grundannahmen einer antinationalen Kritik zu sprechen. Dies ist gerade deswegen notwendig weil doch sehr viele „antinationale“ Linke, auf die Frage, warum sie den gegen das Konstrukt Nation seien meist unbestimmte Antworten geben.
Die Nation produziere Rassismus, spalte die ArbeiterInnenklasse und halte sie somit von ihrer historischen Mission ab, den Kapitalismus zu überwinden. Das mag jetzt so schon richtig sein, beantwortet die viel wichtigere Frage, warum es Staat und Nation im Kapitalismus gibt aber nicht. Wenn dann in diesem Sinne nachgehackt wird kommt meist die Antwort, der Nationalismus sei eine Ideologie der Herrschenden wie eben auch Rassismus und Antisemitismus oder es wird erst gar nicht darauf geantwortet.
Darauf das der Kapitalismus ein Gewaltmonopol in Form des Staates braucht, um entweder den freien und gleichen Tausch von Waren, wie das Marx im Kapital Kapitel über die so genannte Ursprüngliche Akkumulation beschreibt, durchzusetzen, oder um es dann in weiterer Folge aufrechtzuerhalten, wird meist nie hingewiesen.
Um es hier aber auch gleich zu sagen, das Gewaltmonopol muss nicht gezwungenermaßen in der Hand des Staates liegen, sondern kann auch auf ein Racket also eine Bande übergehen, dazu aber kurz später noch.
Es kann also hier davon ausgegangen werden, dass der Kapitalismus den Staat oder in Ausnahmefällen das Racket braucht um zu funktionieren.

Dies hat nun mehrere weit reichende Folgen auch für die Menschen die in einer bürgerlichen Gesellschaft leben und agieren.
In der bürgerlichen Gesellschaft ist das Individuum nicht Mensch sondern bürgerliches Subjekt. Bürgerliches Subjekt heißt hier, das sich die einzelnen Individuen im Rahmen der bürgerlich-kapitalistischen Rationalität bewegen, sich dieses Rahmens aber nicht bewusst sind, und daher bewusstlos in diesem Vorgegebenen Raum agieren.
Als bürgerliches Subjekt sind die Individuen zum einen Warenmonaden - also VerkäuferInnen von Waren und wenn es auch nur die eigene Arbeitskraft ist die verkauft wird.
Zum anderen sind sie StaatsbürgerInnen - den beziehen sie sich als Warentauschende Subjekte aufeinander wollen sie den Staat oder müssen ihn wollen, eben weil er den Äquivalententausch sicherstellt.
Und zu guter letzt sind sie natürlich Nationalstaatsbürger - denn der Staat existiert zumindest bei uns immer als Nationalstaat, und die Bejahung des Staates ist daher auch immer die Bejahung seiner Ideologie, der Nation.

Dies nur am Rande aber aus allen diesen Gründen ist es eben verfehlt zu glauben Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus seien ein rechtsextremes oder neonazistisches Randphänomen, es handelt sich hierbei mehr um die Basisideologien der Warenproduzierenden Gesellschaft.

Wollen nun AntiimperialistInnen den Kapitalismus oder Imperialismus mit Hilfe von nationalen Befreiungsbewegungen schwächen und schlussendlich Überwinden, glaubt Mensch in weiten Teilen der antinationalen Linken daran dies auf einem „antinationalen“ Weg bewerkstelligen zu können. Richtig ist zwar, dass eine linksradikale Kritik antinational und antistaatlich sein muss, der Kapitalismus kann nur Überwunden werden wenn Staat und Nation mit abgeschafft werden.
Nationen nun aber im Kapitalismus abschaffen zu wollen ist bei genauerer Betrachtung im besten Fall ein Nullsummenspiel, im schlimmsten Fall, wenn es sich gegen Israel richtet eine Komplizenschaft mit antisemitischen Bewegungen.
Wie oben beschrieben braucht der Kapitalismus um mehr oder weniger reibungslos zu funktionieren ein Gewaltmonopol das in Händen des Staates liegt.
Geht nun aber ein Nationalstaat im Kapitalismus aus welchen Gründen auch immer seinem Ende zu, wird wohl in den seltensten Fällen eine emanzipatorische Revolution daraus entstehen. Viel wahrscheinlicher sind folgende Optionen, ein Wechsel der Staatsform - von der Monarchie zur Republik zum Beispiel, oder das Territorium wird von einem anderen Nationalstaat einverleibt, im schlimmsten Fall kommt es zu einer Bandenherrschaft womit dann auch die letzten bürgerlichen Freiheiten dahin wären.

Antideutsche und Israelsolidarische Linke argumentieren, wenn sie den vernünftig sind, dass es Israel im Kapitalismus geben müsse. Ein großer Teil der Linken sieht darin die Verteidigung eines bürgerlichen Nationalstaates, eines, der ein Nationalstaat wie jeder andere sei, wie es im antinationalen Jargon so schön heißt. AntiimperialistInnen wiederum sehen darin eine Unerstützung des Imperialismus eines Halbfaschistischen Staates oder ein Ausdruck eines Hypernationalismus. Nicht eingegangen wird dabei aber meist auf die Argumentation warum Mensch den Israelsolidarisch sei. Darum wird es hier noch mal gemacht.

Ein User im n3tw0rk Forum schrieb vor einigen Jahren Folgendes dazu:

Es scheint absurd wenn staatsfeidliche, anarchistische Linke einen Staat verteidigen, aber es ist doch richtig. Für mich heißt “Solidarität mit Israel” Solidarität mit dem Existenzrecht Israels und die Verteidigung gegen alle Bestrebungen diesen Staat zu zerstören. Und das nicht, weil ich diesen Staat lieben würde, sondern weil ich ihn für notwendig halte, solange es Staaten und Antisemitismus gibt. Israel ist für mich eben der letzte Staat der abzuschaffen ist.
“Solidarität mit Israel” heißt für mich nicht alles was die israelische Regierung macht zu verteidigen oder ein prinzipielles Kritikverbot zu verhängen, heißt aber sehr wohl, daß die Existenz des Jüdischen Staates unter allen Umständen zu verteidigen ist, egal wer in Israel an der Macht ist und was diese Regierung tut. Für mich ist dies eine kritische, aber bedingungslose Solidarität.

Warum Israel Notwendig ist, ist leicht erklärt. Kein Staat verdient zu existieren, außer, als Notwehr (ISF 2006) und dies trifft eben auf Israel zu. Die Welt ist eine kapitalistische, in Nationen eingeteilte Welt, und daher ein antisemitischer Ort. Denn so lange es Kapitalismus gibt solange gibt es auch immer die Möglichkeit seiner negativen Überwindung auf Grundlage des Kapitals. Soll heißen der fetischisierte (durch den Kapitalismus vermittelte Blick der Dinge) „antikapitalistische“ Angriff auf das Abstrakte, bleibt nicht beim Angriff auf das Abstrakte stehen sondern konkretisiert und biologisiert in seinem Wahn die abstrakte Seite des Kapitals mit den Juden und Jüdinnen. Damit wird der „antikapitalistische“ Angriff zur Massenvernichtung der Juden und Jüdinnen. Da nun aber selbst nach 1945 die Welt eine kapitalistische blieb, und die Voraussetzungen eines neuerlichen Holocausts nicht verschwanden, und die Versprechungen sowohl der bürgerlichen, als auch der sozialistischen Gesellschaften leere waren, war Israel die einzig richtige Konsequenz nach 1945. Den weder die bürgerlichen noch die sozialistischen Nationen oder Bewegungen, waren fähig oder überhaupt gewillt, die Juden und Jüdinnen vor den Nazis und deren Hilfsvölkern zu schützen. In so einer Welt ist deshalb der Selbstschutz der Jüdinnen nur im Rahmen eines jüdischen Nationalstaates möglich.
Hat das Ende eines Nationalstaates im Kapitalismus meist die Konsequenz, dass ein neues oder anderes Gewaltmonopol an seine Stelle tritt, hieße dies im Falle von Israel eben viel mehr. Juden und Jüdinnen wären ohne Israel eben wieder ziemlich Schutzlos der Willkür der AntisemitInnen dieser Welt ausgesetzt.
Antinationale Linke in Österreich und das muss Mensch ihnen auch zugute halten, solidarisieren sich meist weder mit der Hamas, der Hizbollah oder sonst einer antisemitischen Mörderbande, nein ganz im Gegenteil es gibt auch immer wieder richtige Kritik an diesen Gruppen. Was aber kritisiert werden muss ist die weit verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber der spezifischen Schutzfunktion Israels für Juden und Jüdinnen, und den daraus folgenden praktischen Implikationen.