Das Buch versteht sich als Einspruch gegen die Indifferenz, mit der große Teile der europäischen Öffentlichkeit dem Terror gegen die iranische Bevölkerung und der Vernichtungsdrohung gegen Israel seitens der Teheraner Mullahs begegnen. Wenn der von Adorno formulierte kategorische Imperativ, im Stande der „Unfreiheit“, also in der falschen Gesellschaft, das „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts ähnliches geschehe“ nicht zum feuilletonistischen AperÁu verkommen soll, so kann man unmöglich in einem unnötigen Akademismus verharren. Die Gefahr der Aufstockung des iranischen Vernichtungsarsenals mit Nuklearwaffen erfordert Interventionsversuche auch von jenen, die nicht unmittelbar in politische Entscheidungsprozesse eingebunden sind.
Die Feindbestimmung des Khomeinismus ähnelt jener des Nationalsozialismus mit seinem Hass auf Bolschewismus, westliche ‚Plutokratie’ und Judentum. Das Ziel des iranischen Regimes ist eine formierte Gesellschaft, in der auf individuelle Freiheit und ökonomischen Wohlstand bereitwillig verzichtet werden soll, um dem Ziel der Einigung der islamischen Umma unter schiitischen Vorzeichen und der Vernichtung des jüdischen Staates zu dienen. Die Brandrede Ahmadinejads auf der Konferenz The World without Zionism im Oktober 2005, in der er die Auslöschung Israels forderte, war nur ein Ausdruck davon. Dieser Politik wird gerade in den postnazistischen Gesellschaften nicht nur durch Appeasement begegnet, sondern zusehends mit offener Kollaboration, wie sie sich etwa in dem geplanten 22-Milliarden-Euro-Deal der OMV mit dem iranischen Regime manifestiert.Stephan Grigat hat die Kampagne http://www.stopthebomb.net mitinitiiert und ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Er gehört zu Cafe Critique (http://www.cafecritique.priv.at) und hat im Ca ira-Verlag zuletzt das Buch „Fetisch und Freiheit. ‹ber die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ veröffentlicht.Stephan Grigat/Simone Dinah Hartmann (Hg.): Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer. Studienverlag: Innsbruck – Bozen – Wien 2008, 292 Seiten, 29,90 Euro,ISBN: 978-3-7065-4599-0
Buchpräsentation mit Stephan Grigat
27. Mai 2008
20.00 Uhr
Universität Innsbruck
Sowi HS 1



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