Archive for April, 2008

Buchpräsentation: Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer

Das Buch versteht sich als Einspruch gegen die Indifferenz, mit der große Teile der europäischen Öffentlichkeit dem Terror gegen die iranische Bevölkerung und der Vernichtungsdrohung gegen Israel seitens der Teheraner Mullahs begegnen. Wenn der von Adorno formulierte kategorische Imperativ, im Stande der „Unfreiheit“, also in der falschen Gesellschaft, das „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts ähnliches geschehe“ nicht zum feuilletonistischen AperÁu verkommen soll, so kann man unmöglich in einem unnötigen Akademismus verharren. Die Gefahr der Aufstockung des iranischen Vernichtungsarsenals mit Nuklearwaffen erfordert Interventionsversuche auch von jenen, die nicht unmittelbar in politische Entscheidungsprozesse eingebunden sind.
Die Feindbestimmung des Khomeinismus ähnelt jener des Nationalsozialismus mit seinem Hass auf Bolschewismus, westliche ‚Plutokratie’ und Judentum. Das Ziel des iranischen Regimes ist eine formierte Gesellschaft, in der auf individuelle Freiheit und ökonomischen Wohlstand bereitwillig verzichtet werden soll, um dem Ziel der Einigung der islamischen Umma unter schiitischen Vorzeichen und der Vernichtung des jüdischen Staates zu dienen. Die Brandrede Ahmadinejads auf der Konferenz The World without Zionism im Oktober 2005, in der er die Auslöschung Israels forderte, war nur ein Ausdruck davon. Dieser Politik wird gerade in den postnazistischen Gesellschaften nicht nur durch Appeasement begegnet, sondern zusehends mit offener Kollaboration, wie sie sich etwa in dem geplanten 22-Milliarden-Euro-Deal der OMV mit dem iranischen Regime manifestiert.Stephan Grigat hat die Kampagne http://www.stopthebomb.net mitinitiiert und ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Er gehört zu Cafe Critique (http://www.cafecritique.priv.at) und hat im Ca ira-Verlag zuletzt das Buch „Fetisch und Freiheit. ‹ber die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ veröffentlicht.

Stephan Grigat/Simone Dinah Hartmann (Hg.): Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer. Studienverlag: Innsbruck – Bozen – Wien 2008, 292 Seiten, 29,90 Euro,ISBN: 978-3-7065-4599-0

Buchpräsentation mit Stephan Grigat
27. Mai 2008
20.00 Uhr
Universität Innsbruck

Sowi HS 1 

Internationale Konferenz in Wien am 3. 4. Mai:

Die iranische Bedrohung
Die islamische Republik. Israels Existenzkampf und die europäischen Reaktionen

Einladung Programm

In der „Islamischen Republik Iran“ herrscht ein Regime, das sowohl nach außen als auch nach innen massiven Terror ausübt, während es gleichzeitig an der Entwicklung nuklearer Waffen, die auch Europa erreichen könnten, arbeitet. Die systematische Verfolgung von Kurden, religiösen Minderheiten wie den Bahai sowie die Hinrichtungen von Homosexuellen und die ständigen Repressionen gegen Frauen, die sich dem islamischen Sittenkodex nicht unterwerfen wollen, sind ebenso Wesenselemente dieses Regimes, wie die regelmäßigen Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel und die Leugnung der Shoah. Die Verfolgungs-, Straf- und Märtyrerphantasien der Mullahs, die auch in die Tat umgesetzt werden, knüpfen in neuen religiösen und politischen Formen an den Vernichtungswahn des nationalsozialistischen Staates an, was auch die Bereitschaft einschließt, die eigene Bevölkerung für apokalyptische Ziele zu opfern.

Ungeachtet dieser Tatsachen unterhalten österreichische Politik und Wirtschaft enge Beziehungen zu diesem Regime. Die OMV plant mit Rückendeckung der Bundesregierung ein 22-Milliarden-Euro- Geschäft mit dem Iran. Dieser massive Ausbau bereits bestehender wirtschaftlicher Beziehungen würde Österreich und Europa endgültig zu strategischen Partnern und Komplizen dieses Regimes machen.

Die Konferenz versteht sich als Einspruch gegen die Indifferenz, mit der große Teile der österreichischen und europäischen Öffentlichkeit dem Terror gegen die iranische Bevölkerung und der Vernichtungsdrohung gegen Israel seitens der Teheraner Mullahs begegnen. Zum einen soll eine Beschreibung, Analyse und Kritik der islamischen Diktatur im Iran geleistet werden. Zum anderen gilt es, das Verhältnis Europas und insbesondere der postnazistischen Länder Deutschland und Österreich zu einem Regime zu beleuchten, dessen Feindbestimmung mit seinem Hass auf Kommunismus und Materialismus, Liberalität und westliche ‚Plutokratie’, Judentum und Zionismus jener des Nationalsozialismus ähnelt.

3. und 4. Mai 2008
Campus der Universität Wien (Altes AKH), Hof 2, Hörsaal C1 (Karte)

Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44
Konferenzsprachen: Deutsch/Englisch mit Simultanübersetzung
Bitte planen Sie Zeit für Einlasskontrollen ein.

Ehrenschutz: Dr. Brigitte Bailer-Galanda, Kammerschauspielerin Elisabeth Orth