Wie sich österreichische Regierung und OMV wissentlich zu den Helfern des iranischen Mullah Regimes machen.
Die Menschenrechtslage im Iran ist fatal. Im Jahr 2006 wurden, laut Amnesty International Report 2007, mindestens 177 Menschen durch Todestrafe ermordet, darunter auch mindestens ein Jugendlicher. Die Dunkelziffer liegt laut AI noch um einiges höher. Daneben verhängte das Mullah Regime weitere drakonische Strafen, wie Amputationen von Körperteilen und das Ausstechen der Augen. Auch Human Rights Watch stellt dem Iran ein erschreckendes Zeugnis aus: „Respect for basic human rights in Iran, especially freedom of expression and assembly, deteriorated in 2006. The government routinely tortures and mistreats detained dissidents, including through prolonged solitary confinement.”
Ethnische und religiöse Minderheiten sowie die politische Opposition werden systematisch verfolgt und unterdrückt. Ebenso verhält es sich mit FrauenrechtsaktivistInnen und GewerkschafterInnen. Die UN Vollversammlung erließ 2005 eine Resolution, welche die ernsthaften Menschenrechtsverletzungen im Iran anprangerte. Bis heute hat sich die Situation jedoch kein bisschen verbessert. Im Gegenteil, sie ist schlimmer geworden, wie sowohl Amnesty International als auch Human Rights Watch einstimmig feststellen.
Nachdem der Iran eine Deadline der IAEA (International Atomic Energy Agency), sein illegales Nukelarprogramm zu stoppen, verfehlte, verhängte der UN Sicherheitsrat im Dezember 2006 mit der Resolution 1737 umfangreiche Sanktionen gegen das Regime. Neben den in dieser Resolution genannten Sanktionsbestimmungen beteiligten sich weitere große internationale Unternehmen, insbesonders aus dem Energiesektor, außertourlich an den Sanktionen.
Dass das Iranische Atomprogramm nicht nur auf die zivile Energiegewinnung abzielt hat das Mullah Regime mehrmals klargemacht. Die ständigen Drohungen in Richtung Israel, die Abhaltung eines Kongresses von Holocaust Leugnern sowie die wiederholten Äußerungen Mahmoud Ahmadinejads diesbezüglich, die Stationierung von hunderten Raketen die auf Israel gerichtet sind, lassen über die kriegerischen und auf Vernichtung zielenden Absichten keinen Zweifel aufkommen. Eine Atombombe in Händen der iranischen Mullahs würde nicht nur die potentielle Möglichkeit zur Vernichtung Israels bedeuten, sondern auch als gefährliches Druckmittel gegen die umliegenden arabischen Länder, welche bereits Frieden mit Israel geschlossen haben oder dies potentiell tun könnten, dienen. Eine friedliche Lösung im Nahen Osten wäre damit quasi ausgeschlossen.
Obwohl die Menschenrechtssituation im Iran bekannt ist und der Iran durch die UNO ob seines Atomwaffenprogramm sanktioniert wird, fördert die österreichische Bundesregierung das Mullah Regime durch die teilsverstaatlichte OMV (Österreichische Mineralöl Verwaltung) mit Euro-Milliarden. OMV und Mullah Regime schlossen im April 2007 einen Geschäftskontrakt über ein Volumen von 22 Milliarden Euro, und stellten einen Anschluß des Iran an das, unter anderem mit EU Steuergeld finanzierte, Pipelineprojekt Nabucco in Aussicht. Die Strategie ist klar, der sozialdemokratische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, und der Sozialdemokrat Wolfgang Ruttenstorfer, ehemals Finanzstaatssektretär und seit 2002 Chef der OMV, wollen an das iranische Gas und nehmen dafür Leichen in Kauf. In einem Interview mit dem Standard verkündete Ruttenstorfer: „Wir müssen dorthin gehen, wo es das Öl und das Gas gibt, wir können uns das nicht aussuchen. […] Wir sind nicht zuständig für die Politik von Ländern”. Und Kanzler Gusenbauer sekundiert ihm ebenfalls via Standard „Wir werden Nabucco auf jeden Fall machen“.
Die notorisch zerstrittenen Parlamentsfraktionen, ansonsten kaum einig, selbst innerhalb einer Koalition, trotz ideologischer Unterschiede im nano Bereich, vertraten in dieser Cause seltsamerweise geschlossen die selbe Meinung. Die Kritik der US Regierung am Ahmadinejad-Gusenbauer Pakt veranlasste alle im Nationalrat vertretenen Fraktionen zu einem „nationalen Schulterschluss“ zur Unterstützung der OMV. Auf die antiamerikanischen Beißreflexe ist Verlass. Christian Ortner formulierte es in der Presse treffend: „Im Zweifelsfall genießt eine Liaison zwischen Mullah-Diktatur und Mineralölmulti hierzulande mehr Ansehen als jene, denen wir die Befreiung von den Nazis offenkundig noch immer nicht verziehen haben“.
Jeder Österreicher und jede Österreicherin finanziert indirekt, durch Steuergelder für OMV und Nabucco, und direkt, durch Gas-, Öl- und Benzinpreise, die Menschenrechtsverletzungen und nukleare Bewaffnung des Irans mit. Und nicht nur sie. Die OMV ist ein europäischer Player. Seit der Übernahme des rumänischen Ölkonzerns PETROM, ist die OMV Marktführer in CEE (Central Eastern Europe). Auch an der ungarischen MOL, welche selbst an Nabucco beteiligt ist, ist die OMV beteiligt und plant die Übernahme. Österreich und Europa machen sich mitschuldig am iranischen Terror gegen die eigene Bevölkerungen und ermöglichen durch ihre Politik die Pläne der Mullahs zur Realisierung eines zweiten Holocaust. Jeder Tag der verstreift, ohne dass dieser Pakt verhindert wird und das Mullah Regime an der Macht hält, kostet mehr iranische Opfer und bringt die iranische Atombombe immer näher. Matthias Küntzel warnte schon im Mai: „Wenn Europas den Iran nicht unverzüglich und massiv unter Druck setzt und vor die Alternative stellt, entweder seinen Kurs zu ändern oder aber verheerende ökonomische Schäden zu erleiden, bleibt nur die Wahl zwischen einer schlechten Lösung – die militärische Option –oder einer schrecklichen, der iranischen Bombe.“ Es wird Zeit sich zu entscheiden.
Literatur und Quellenverzeichnis:
Amnesty International Report 2007, London 2007.
Grigat, Stephan, Die iranische Bedrohung, in: Die Presse, 08.09.07.
Gusenbauer: “Werden Nabucco-Pipeline auf jeden Fall machen”, [http://derstandard.at/?url=/?id=3045884], derstandard.at, Abrufdatum: 24.10.07.
Human Rights Watch, World Report 2007, USA 2007.
Küntzel, Matthias, Wohin steuern Österreich und die OMV?, Wien Mai 2007.
Ortner, Christian, Gas vom Gaskammern-Leugner, Die Presse, 24.04.07.
“Ich spiele nicht den Faserschmeichler”, Interview mit Wolfgang Ruttenstorfer, Der Standard, 7./8.7.2007.
“Ich spiele nicht den Faserschmeichler”, Interview mit Wolfgang Ruttenstorfer, Der Standard, 7./8.7.2007
Gusenbauer: “Werden Nabucco-Pipeline auf jeden Fall machen”, [http://derstandard.at/?url=/?id=3045884], derstandard.at, Abrufdatum: 24.10.07